Werkzeug 02 · Kostenstellenrechnung · © Prof. Dr. Thomas Knobloch
Was interne Konflikte tatsächlich kosten.
Live-Berechnung CSV & PDF
Kalkulieren Sie mit wenigen Klicks die Kosten von Arbeitsplatzkonflikten in Ihrem Unternehmen – fundiert, transparent und auf Basis Ihrer Kostenrechnung.
Konfliktkostenarten
Personal-, Sach-, Interventions- und Opportunitätskosten.
Intensitätsstufen
Wer ist wie stark betroffen – von 10 % bis vollständigem Ausfall.
Kostenstellen
Parallel kalkulieren und im Gesamtergebnis vergleichen.
Vier Kategorien von Konfliktkosten
Interne Konfliktkosten sind alle unproduktiven Verbräuche betrieblicher Ressourcen, die direkt oder indirekt durch Konflikte am Arbeitsplatz entstehen. Die Kostenstellenrechnung erfasst sie in vier Kategorien.
Konflikt-Personalkosten
Leerkosten durch konfliktbedingte Ausfallzeiten, abhängig von Reichweite (Anzahl Betroffener) und Intensität (Produktivitätsverlust).
Konflikt-Sachkosten
Vermögensverluste wie Diebstahl, Sachbeschädigung und Unterschlagung sowie höhere Fehler- und Ausschussquoten.
Konflikt-Interventionskosten
Ausgaben zur Konfliktbearbeitung, etwa Teambuilding, Coaching, Mediation, Anwalts- und Gerichtskosten, plus anteilige Umlagen.
Konflikt-Opportunitätskosten
Entgangene betriebliche Wertschöpfung durch unproduktive Personalkapazität. Optional, da nur pauschal schätzbar.
Berechnungslogik und Beispiele im Detail
Konflikt-Personalkosten als Leerkosten
Die monatlichen Personalkosten einer Kostenstelle werden ins Verhältnis zur verfügbaren Personalkapazität (Stunden pro Monat) gesetzt. Der konfliktbedingt unproduktive Anteil dieser Kapazität ergibt die Personal-Leerkosten.
Beispiel „Kundendienst/Service“: 5 Beschäftigte, 35 h/Woche, 35.000 € Personalkosten/Monat ergeben 700 h Kapazität pro Monat. Ein Beschäftigter fällt zu 100 % aus, zwei arbeiten zu 20 % unproduktiv: 196 h Verlust.
35.000 € × 196 h / 700 h = 9.800 €/Monat
Nach- und Vorkalkulation
Nachkalkulation: Was hat uns ein Konflikt bisher gekostet? Alle Daten stammen aus Betriebsbuchhaltung, Kostenstellenrechnung und Jahresabschluss.
Vorkalkulation: Was wird uns ein Konflikt voraussichtlich kosten? Konfliktszenarien werden in Dauer, Reichweite und Intensität übersetzt. Auf Sach- und Interventionskosten sollte verzichtet werden, wenn deren Prognose wenig belastbar ist.
Konflikt-Opportunitätskosten
Aus einer Wertschöpfungsgröße (z. B. Betriebsergebnis oder betrieblicher Cashflow) und der Beschäftigtenzahl des Unternehmens wird ein Verrechnungssatz je Beschäftigtem und Monat abgeleitet und mit dem konfliktbedingten Ausfall bewertet.
Beispiel: Betriebsergebnis 60 Mio. €, 100 Vollzeitbeschäftigte: 50.000 € je Beschäftigtem und Monat. Zwei Beschäftigte fallen zu 20 % aus, einer zu 100 %:
50.000 € × (2 × 20 % + 1 × 100 %) = 70.000 €/Monat
Über den Wertschöpfungsfaktor (0,25 bis 2,50) lässt sich eine über- oder unterdurchschnittliche Wertschöpfungsnähe einer Kostenstelle abbilden, z. B. Montage 0,50 oder Forschung & Entwicklung 2,00.
Opportunitätskosten sind kalkulatorisch und beruhen auf pauschalen Durchschnittswerten. Sie sind betriebswirtschaftlich weniger belastbar und daher optional.
Konfliktkosten berechnen
Alle Eingaben werden sofort berechnet und nur lokal in Ihrem Browser gespeichert. Es werden keine Daten übertragen.
Allgemeine Angaben
Für wie viele Organisationsbereiche (Kostenstellen) soll eine separate Kalkulation durchgeführt werden? Maximal 5.
Opportunitätskosten beruhen auf pauschalen Durchschnittswerten und sind daher weniger belastbar als die ausgabewirksamen (pagatorischen) Konfliktkosten.
Gesamtergebnis
Geschätzte Konfliktkosten aller Kostenstellen über den jeweiligen Kalkulationszeitraum.
Kostenstelle & Personalkosten
Übernehmen Sie die Werte aus Ihrer Kostenstellenrechnung (Betriebsabrechnungsbogen). Maßgeblicher Zeitraum für den Durchschnitt kann z. B. die Konfliktdauer, das letzte Halbjahr oder das letzte Kalenderjahr sein.
Wer ist wie stark betroffen?
Schätzen Sie die konfliktbedingten Ausfallzeiten als prozentuale Produktivitätsverluste und ordnen Sie jeder Intensitätsstufe die Anzahl betroffener Beschäftigter zu.
Kalkulationszeitraum
Die monatlichen Konflikt-Personal- und Opportunitätskosten werden bei unveränderten Kalkulationsdaten (ceteris paribus) auf diesen Zeitraum hochgerechnet.
Ändern sich die Kalkulationsgrundlagen während des Zeitraums deutlich (z. B. starke Eskalation oder Rückkehr einer erkrankten Person), sollten mehrere Kalkulationen mit aktualisierten Reichweiten und Intensitäten erstellt werden.
Konflikt-Sachkosten
Durch den Konflikt entstandene Sachkosten in voller Ausgabenhöhe, z. B. Diebstahl, Sachbeschädigung, Ausschuss oder externe Dienstleistungen.
Konflikt-Interventionskosten
Ausgaben zur Konfliktprävention oder -bearbeitung in voller Ausgabenhöhe, z. B. Teambuilding, Konfliktcoaching, Mediation, Anwalts- und Gerichtskosten.
Wertschöpfungsfaktor
Berücksichtigt eine über- oder unterdurchschnittliche Wertschöpfungsnähe dieser Kostenstelle für die Opportunitätskosten. 1,00 entspricht dem Unternehmensdurchschnitt.
Grundlage
Konfliktkostenmodell, entwickelt im Rahmen der Studie „Konfliktmanagement als Instrument werteorientierter Unternehmensführung“ (PwC / Europa-Universität Viadrina, 2013).
Die Kalkulation liefert eine Schätzung mit den kalkulatorischen Unschärfen jeder Kostenrechnung. Alle Eingaben bleiben lokal in Ihrem Browser.
Kontakt · Paderborn
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